Interview Jessica R. & Gritt B.

Jessica R. & Gritt B. haben vor den Toren von New York City an der Farleigh Dickinson University. Während Jessica vor ihrem Start in den USA für den 1. FFC Frankfurt in der 2. Bundesliga gespielt hat, stammt Gritt aus dem Raum Bremen und hat dort auf Regionalliga-Niveau Fußball gespielt.

Hi Jessica, hi Gritt, vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview genommen hast und interessierten Spieler/innen einen Einblick in deine bisherigen Erfahrungen geben möchtest. Wir haben daher einige Fragen vorbereitet.

Wie würdet ihr das Level im College zu dem in Deutschland vergleichen?

Es ist schwer zu vergleichen, da die Teams hier sich sehr stark voneinander unterscheiden. Deswegen hängt es immer davon ab gegen wen man spielt und aus welcher Conference (Liga) diese Mannschaft kommt. Man kann generell sagen, dass größere Universitäten aus den guten Ligen meist sehr gute Mannschaften haben. Außerdem ist alles sehr professionell aufgebaut hier mit großen Trainerstäben, Physiotherapeuten und Nachhilfelehrern für uns, die uns im Sport und in der Uni betreuen und helfen.

Welche Vorteile seht ihr darin mit einem Stipendium nach Amerika zu gehen?

Gritt: Man kann hier auf einem hohen Level Fußball spielen und gleichzeitig seinen Abschluss machen, was in Deutschland kaum möglich ist. Hier ist beides einfach viel besser aufeinander abgestimmt, so dass man perfekte Bedingungen für beides vorfindet.

Jessica: In Deutschland ist man im Studium auf sich alleine gestellt, die Vereine helfen einem kaum bis gar nicht. Hier bekommen die Trainer mit, wenn man keine guten Noten schreibt und fragen nach was in der Uni los ist. Dadurch ist man fast gezwungen, sich in der Uni anzustrengen, weil wenn man keine guten Noten bekommt, kann es passieren, dass man nicht berechtigt ist zu spielen.

Wie fandet ihr die Location eurer Uni und was habt ihr in eurer Freizeit gemacht?

Jessica: Wir hatten generell nicht sehr viel Freizeit aufgrund der Uni und Fußball, aber man braucht nur 15 Minuten mit dem Bus nach New York City, wo man so unglaublich viel machen kann. Ich finde, dass man jedes Mal etwas Neues sieht. Die Stadt ist ein wirklich großer Bestandteil vom Studentenleben hier an unserer Uni gewesen und eine tolle Möglichkeit mal vom Alltag abzuschalten.

Wie weit musstet ihr zu den Spielen in eurer Liga reisen?

Gritt: Wir sind in der Regel mit dem Bus gefahren, wenn wir gegen Mannschaft aus unserer Liga spielen. Die kürzeste Fahrt dauerte ca. 45 Minuten, wobei die längste fast 6 Stunden dauert. Im Durchschnitt waren es wahrscheinlich 2 bis 3 Stunden. Diese Fahrten sind aber nicht zu schlimm, da man die ganze Zeit mit seinen Freundinnen verbringt.

Was habt ihr alles in Amerika gesehen?

Jessica: Durch unsere Spiele haben wir einiges im Land gesehen. Wir waren zum Beispiel schon in Florida, Texas, Chicago, Denver und Washington. Eine der schönsten Erfahrungen war als wir die Niagarafälle zu sehen bekommen haben. Jedes Team hat normalerweise eine große Reise in der Vorbereitung, wo man sehr viel zu sehen bekommt.

Was waren einige eurer Highlights aus eurer Zeit in den USA bisher?

Gritt: Mein Highlight war als wir unsere Liga 2015 gewonnen haben und im NCAA Tournament gespielt haben. Wir haben zwar das erste Spiel dann verloren, aber das war die beste Mannschaft in der ich hier gespielt habe. Es war eine großartige Erfahrung.

Jessica: Eines meiner Highlights war die Reise nach Denver, Colorado. Die Stadt war sehr schön, wir haben eine Menge dort gesehen und vor allem war es eine ganz andere Region als New Jersey zum Beispiel. Die Leute dort waren auch ganz anders und es ist interessant zu sehen, dass in jeder Region verschiedene Menschen leben.

Was sind eure Pläne nach eurem Abschluss?

Gritt: Ich werde versuchen hier in den USA zu bleiben. Dazu werde ich aber eine Arbeitsgenehmigung brauchen und wenn ich neues Visa bekomme, dann werde ich auf jeden Fall hierbleiben.

Jessica: Ich werde versuchen entweder hier oder in Europa professionell Fußball zu spielen. Wenn ich zurück nach Deutschland oder nach Europa generell gehe, dann will ich versuchen zu spielen und nebenbei meinen Master in Neurowissenschaften zu machen.

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