Interview Lorenzo R.

Lorenzo R. hat seine ersten beiden Jahre am renommierten Pima Community Colleges verbracht. Im Anschluss hatte er durch seine hervorragende sportliche und akademische Entwicklung die Möglichkeit erhalten für seine beiden letzten Studienjahre an die Metropolitan State University Denver zu wechseln. Diese Universität besitzt im Business Bereich die AACSB-Akkreditierung und zählt somit zu den weltweit führenden 5% an BWL-Studiengängen. Vor seinem Wechsel in die USA hat Lorenzo u.a. für die SV 07 Elversberg (Saarland) in der Junioren-Regionalliga gespielt.

Hi Lorenzo, vielen Dank, dass du dir die Zeit für ein Interview genommen hast und interessierten Spieler/innen einen Einblick in deine bisherigen Erfahrungen geben möchtest. Wir haben daher einige Fragen vorbereitet.

Du hast für die Metropolitan State University in Denver, Colorado gespielt. Wie hat es dir gefallen und welche Eindrücke kannst du vermitteln?

Mir hat es wirklich richtig gut hier gefallen und ich war sehr froh an meiner Uni gewesen zu sein. Wir hatten eine tolle Mannschaft, die zwei Mal hintereinander Dritter im Division 2 NCAA Tournament geworden ist. Ich habe fast das ganze Land durch unsere Fußball-Reisen zu sehen bekommen, wir waren letztes Jahr zum Beispiel nach New York, Florida, D.C und Oklahoma geflogen. Ich habe in einem Apartment ca. 10 min von der Uni gelebt, welches direkt neben dem Football-Stadion liegt, also eine perfekte Location.

Deiner Meinung nach, wie wichtig ist der akademische Aspekt neben dem fußballerischen Aspekt?

Meiner Meinung nach ist der akademische Aspekt genauso wichtig, wenn nicht sogar noch wichtiger. Ich habe sogar ein weiteres Stipendium durch meine guten akademischen Leistungen bekommen. Ich kann nicht genug betonen, wie wichtig es ist gute Noten zu haben, denn dann bist du in der Lage ein besseres Stipendium zu bekommen und die Trainer sehen, dass du dich anstrengst. Es ist generell wichtig einen Mittelpunkt zwischen Uni und Fußball zu finden, so dass man eine gute Balance findet und auf sowie neben dem Platz seine besten Leistungen bringen kann.

Welchen Ratschlag würdest du neuen Spielern während ihrer ersten Saison geben?

Es ist äußerst wichtig gut auf seinen Körper zu achten, denn es ist normal, dass man 2 bis 3 Stunden trainiert und dann zwei Spiele pro Woche hat, zu welchen man manchmal sogar auch noch fliegen muss. Dazu kommen Vorlesungen und Hausaufgaben, die auch einige Zeit in Anspruch nehmen. Deshalb sollte man immer gut essen, sich dehnen und genügend Schlaf bekommen, so dass man immer ausgeruht ist und Top-Leistungen bringen kann.

Was ist der Hauptunterschied zwischen der Regionalliga hier in Deutschland und dem Niveau in Amerika?

Es ist natürlich physischer in Amerika, was jeder sagt, der dort schon mal gespielt hat. Ich denke, dass ein weiterer Unterschied der Spiel-Stil der verschiedenen Mannschaften ist. Du weißt nie, was auf dich zukommt. Natürlich gibt es Scouts und Video-Analysen vor den Spielen, um sich auf jedes Team vorzubereiten, aber da ist jedes Team sehr unterschiedlich, wodurch du in jedem Spiel vor neue Herausforderungen gestellt wirst. In der Regionalliga dagegen war es einheitlicher und man hat mehr Gemeinsamkeiten zwischen den Mannschaften gesehen.

Wie ist die Integration in die Mannschaft für dich gelaufen damals?

Ich wusste, dass ich an eine sehr große Uni mit vielen Studenten kommen werde und dachte deshalb, dass die Integration etwas schwierig verlaufen würde, aber das war überhaupt nicht der Fall. Die Mannschaft hat mich toll aufgenommen, mir viele Fragen gestellt und ich habe jeden so gut wie möglich kennenglernt in den ersten Tagen. Die Trainer haben hierbei eine wichtige Rolle gespielt, da sie mich der Mannschaft vorgestellt haben und mir das Gefühl gegeben haben, dass ich von Anfang an dazu gehöre.

Wie siehst du die Umstellung von der deutschen auf die englische Sprache?

Wenn jemand denkt, dass sein Englisch nicht gut genug ist, da braucht er sich keine Gedanken drüber zu machen. Man gewöhnt sich an die Sprache wirklich sehr schnell und man merkt es, dass man immer flüssiger und selbstbewusster wird mit seinem Englisch. Die Professoren und Trainer nehmen auch Rücksicht auf internationale Studenten und man sollte immer nachfragen, wenn man etwas nicht verstanden hat.

Gibt es Zeiten in denen du nachhause gehen oder deine Familie sehen konntest?

Ja, gibt es. Man hat drei Monate Sommerferien und mehr als einen Monat Winterferien, in denen man nachhause fliegen kann. Dazu kommen noch eine Woche Ferien in jedem Semester, in denen man auch nachhause gehen könnte, obwohl es schwierig ist, da es nur so kurz ist. Meine Familie lebt in Arizona, da hat es sich für mich gelohnt, aber es wäre schwieriger nach Deutschland zu fliegen und dann eine Woche später wieder zurückzukommen.

Wie wichtig war/ist ProSoc in deiner persönlichen Entwicklung?

Ich verdanke ProSoc sehr viel. In Denver, Colorado neben den Sport-Stadien zu wohnen, auf hohem Niveau Fußball zu spielen und noch viele neue Freunde kennenzulernen sind Erfahrungen, die mein Leben immer prägen werden und ich niemals vergessen werde. Dazu stehe ich immer noch in Kontakt mit ProSoc, wenn ich Fragen nach Praktika oder Ähnlichem habe.

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